15 Masturbationsmythen im Faktencheck: Was wirklich stimmt
Dank offenerer Gespräche über Sexualität und einer wachsenden Online-Aufklärung erkennen immer mehr Menschen die positive Seite der Selbstbefriedigung. Trotzdem halten sich rund um diese völlig natürliche Aktivität noch immer viele irreführende Annahmen, veraltete Vorstellungen und Tabus.
In diesem Blogbeitrag haben wir die häufigsten Mythen rund um Selbstbefriedigung für dich gesammelt und mit wissenschaftlich belegten Fakten geklärt. Egal ob Mann, Frau, in einer Beziehung oder allein unterwegs – Masturbation darf ein gesunder Teil deines Sexlebens sein.
Inhaltsverzeichnis
- Woher kommen die Masturbationsmythen?
- Mythos 1: Selbstbefriedigung macht krank
- Mythos 2: Masturbation senkt die Libido
- Mythos 3: Selbstbefriedigung raubt dir Energie
- Mythos 4: Für Frauen ist Masturbation unnatürlich
- Mythos 5: Beim Masturbieren gehen dir die Spermien aus
- Mythos 6: Selbstbefriedigung in einer Beziehung ist Fremdgehen
- Mythos 7: Masturbation verändert das Aussehen deiner Genitalien
- Mythos 8: Selbstbefriedigung senkt die Empfindlichkeit
- Mythos 9: Masturbation hat keine gesundheitlichen Vorteile
- Mythos 10: Selbstbefriedigung verursacht psychische Probleme
- Mythos 11: Sportlerinnen und Sportler sollten nicht masturbieren
- Mythos 12: Häufiges Masturbieren macht unfruchtbar
- Mythos 13: Regelmäßige Selbstbefriedigung führt zur Sexsucht
- Mythos 14: Es gibt nur eine Art zu masturbieren
- Mythos 15: Während der Periode darfst du nicht masturbieren
- Sicher masturbieren: Gleitgel, Reinigung und Aufbewahrung
- Selbstbefriedigung ist natürlich und gesund
- FAQ: Häufige Fragen zur Masturbation
Woher kommen die Masturbationsmythen?
Die meisten Mythen rund um Selbstbefriedigung stammen aus jahrhundertealten religiösen Lehren, der Moralpanik des viktorianischen Zeitalters und frühen medizinischen Fehlinformationen. Lange Zeit wurde Masturbation fälschlich mit Krankheit, Wahnsinn und moralischem Verfall in Verbindung gebracht. Diese Vorstellungen sickerten in die Popkultur ein und hielten sich viel länger, als sie sollten. Auch in Österreich vollzog sich die sexuelle Aufklärung erst in den letzten Jahrzehnten – noch in den 80ern galt das Thema in vielen heimischen Haushalten als absolutes Tabu.
Ein bekanntes Beispiel ist der Glaube aus dem 19. Jahrhundert, dass fade Speisen und strenge Tagesabläufe Menschen vom Masturbieren „heilen" könnten. Die moderne Wissenschaft hat solche Ideen längst widerlegt, doch die Scham, die sie ausgelöst haben, prägt bis heute, wie viele Menschen über Selbstbefriedigung denken. Wenn du verstehst, woher diese Mythen kommen, fällt es dir viel leichter, sie loszulassen.

Mythos 1: Selbstbefriedigung macht krank
Einer der hartnäckigsten Mythen behauptet, häufige Masturbation führe zu schlechter Sehkraft, behaarten Handflächen, trockener Haut, Haarausfall, Pickeln, Hormonproblemen oder sogar Gedächtnisverlust.
Die Wahrheit: Für all diese Behauptungen gibt es nicht den geringsten wissenschaftlichen Beweis. Selbstbefriedigung ist eine der sichersten Möglichkeiten, einen Orgasmus zu erleben – ohne Risiko einer ungewollten Schwangerschaft oder einer Geschlechtskrankheit.
Mythos 2: Masturbation senkt die Libido
Viele glauben, regelmäßiges Masturbieren mache die Libido mit der Zeit „faul".
Die Wahrheit: Ein Rückgang des Sexualtriebs hat meist ganz andere Ursachen: Stress, Beziehungsprobleme, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder gesundheitliche Beschwerden. Selbstbefriedigung allein reduziert deine Libido nicht – im Gegenteil, sie kann sie sogar gesund erhalten.
Mythos 3: Selbstbefriedigung raubt dir Energie
In manchen Foren liest man, ein Orgasmus „stehle dir Lebenskraft" und mache dich danach müde und schlapp.
Die Wahrheit: Ja, nach dem Orgasmus kannst du dich entspannt oder schläfrig fühlen. Schuld daran ist die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin, Oxytocin und Endorphinen. Sie heben die Stimmung und senken Stress – das ist also keine Erschöpfung, sondern eine ganz natürliche Entspannung.
Mythos 4: Für Frauen ist Masturbation unnatürlich
Manche gehen noch immer davon aus, nur „unanständige" oder „verdorbene" Frauen würden sich selbst befriedigen.
Die Wahrheit: Sexuelle Lust hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Masturbation ist für Frauen genauso natürlich wie für Männer. Sie hilft dir, deinen eigenen Körper kennenzulernen, stärkt das Selbstbewusstsein und kann sogar den Sex mit deinem Partner verbessern. Aktuelle Befragungen aus Österreich zeigen, dass Frauen sich im Schnitt rund sechs Mal pro Monat selbst befriedigen – ein Zeichen, dass das Thema langsam aus der Tabuzone rückt.
Mythos 5: Beim Masturbieren gehen dir die Spermien aus
Viele denken, Männer hätten nur einen begrenzten Vorrat, der irgendwann „versiegt".
Die Wahrheit: Ein gesunder Mann produziert jeden einzelnen Tag Millionen neuer Spermien. Ein „trockener Orgasmus" liegt meist an medizinischen Ursachen wie retrograder Ejakulation, Diabetes oder einem verschlossenen Samenleiter – nicht an Selbstbefriedigung.
Mythos 6: Selbstbefriedigung in einer Beziehung ist Fremdgehen
Manche meinen, in einer festen Beziehung müsse jegliche Lust nur vom Partner oder der Partnerin kommen.
Die Wahrheit: Masturbation ist kein Seitensprung. Es ist eine kleine Auszeit nur für dich, die dir hilft, deinen eigenen Körper und deine Wünsche besser zu verstehen – was sich oft positiv aufs gemeinsame Sexleben auswirkt. Problematisch wird es erst, wenn jemand ausschließlich darauf zurückgreift und seinen Partner dabei vernachlässigt.
Mythos 7: Masturbation verändert das Aussehen deiner Genitalien
Viele befürchten, zu viel Selbstbefriedigung dunkle die Schamlippen ein oder lasse den Penis schrumpfen.
Die Wahrheit: Das Aussehen deiner Genitalien verändert sich nur durch Alter, Genetik, Verletzungen oder Operationen. Masturbation hat keinerlei Einfluss darauf.
Mythos 8: Selbstbefriedigung senkt die Empfindlichkeit
Vielleicht hast du gehört, zu viele Sexspielzeuge oder zu intensive Techniken würden zu dauerhafter Taubheit führen.
Die Wahrheit: Die Empfindlichkeit nimmt nur dann ab, wenn du immer dieselbe, übermäßig starke Stimulation verwendest – etwa einen zu festen Griff oder einen extrem kräftigen Vibrator. Wechsle einfach Technik, Spielzeug und Berührung ab, dann gibt es keinen Grund zur Sorge.
Mythos 9: Masturbation hat keine gesundheitlichen Vorteile
Manche halten Selbstbefriedigung noch immer für sinnlos oder „schmutzig".
Die Wahrheit: Studien zeigen, dass Masturbation Stress reduziert, Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden lindert, die Schlafqualität verbessert und bei Männern sogar das Risiko für Prostatakrebs senken kann.
Mythos 10: Selbstbefriedigung verursacht psychische Probleme
Es gibt Behauptungen, Masturbation löse Angst oder Depression aus.
Die Wahrheit: Selbstbefriedigung an sich verursacht keine psychischen Erkrankungen. Negative Gefühle wie Schuld oder Scham haben meist kulturelle Wurzeln, nicht den Akt selbst. Wenn du dich danach oft niedergeschlagen fühlst, lohnt sich ein Gespräch mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten – dahinter können unverarbeitete Erfahrungen oder ein tieferliegendes Thema stecken.
Mythos 11: Sportlerinnen und Sportler sollten nicht masturbieren
Der Mythos behauptet, Selbstbefriedigung senke den Testosteronspiegel und schade der Leistung.
Die Wahrheit: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Masturbation die sportliche Leistung beeinträchtigt. Dass bei großen Sportereignissen routinemäßig Kondome verteilt werden, zeigt: Auch im Leben von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern gehört Sex ganz normal dazu.
Mythos 12: Häufiges Masturbieren macht unfruchtbar
Manche behaupten, Selbstbefriedigung schade der männlichen Fruchtbarkeit.
Die Wahrheit: Ein gesunder Körper produziert ständig neue Spermien. Masturbation verursacht keine Unfruchtbarkeit – die liegt immer an konkreten medizinischen Ursachen wie einer Varikozele, genetischen Faktoren oder Verletzungen.
Mythos 13: Regelmäßige Selbstbefriedigung führt zur Sexsucht
Manche bezeichnen jede häufige Masturbation pauschal als Sucht.
Die Wahrheit: Sexsucht ist ein reales Krankheitsbild, aber nicht dasselbe wie häufiges Masturbieren. Eine Sucht bedeutet, dass jemand sein Verhalten nicht mehr kontrollieren kann und es den Alltag massiv beeinträchtigt – das ist ein ganz anderes Bild.
Mythos 14: Es gibt nur eine Art zu masturbieren
„Männer machen es so, Frauen so" – diesen Spruch hast du sicher schon einmal gehört. Aber wie langweilig wäre es, wenn es nur eine einzige Art gäbe, sich selbst Lust zu schenken?
Die Wahrheit: Selbstbefriedigung ist eine sehr persönliche Erfahrung. Es gibt keine „richtige" Technik – probier ruhig verschiedene Bewegungen, Fantasien oder Sexspielzeuge aus. Was zählt, ist allein, was sich für dich gut anfühlt.
Mythos 15: Während der Periode darfst du nicht masturbieren
Der Mythos behauptet, Menstruationsblut sei irgendwie unrein und Selbstbefriedigung während der Tage sei tabu.
Die Wahrheit: Ein Orgasmus während der Periode kann sogar Krämpfe, Brustspannen und Stress lindern. Internationale Forschung (The Menstrubation Study) bestätigt ebenfalls die positiven Effekte der Masturbation während der Menstruation.

Sicher masturbieren: Gleitgel, Reinigung und Aufbewahrung
Sichere Selbstbefriedigung basiert auf drei einfachen Gewohnheiten: das richtige Gleitgel verwenden, deine Toys ordentlich reinigen und sie an einem trockenen, staubfreien Ort lagern. Wenn du diese Basics beachtest, schützt du deine Haut, verlängerst die Lebensdauer deiner Toys und machst jede Session angenehmer.
Das richtige Gleitgel wählen
Ein gutes Gleitgel reduziert Reibung, schützt empfindliche Haut und macht alles noch angenehmer. Wasserbasierte Gleitgele sind die sicherste Allround-Lösung und passen zu jedem Toy-Typ. Silikonbasierte Varianten halten länger und sind ideal für die Dusche – kombiniere sie aber nicht mit Silikon-Toys. Ölbasierte Gleitgele können Latexkondome beschädigen, also wirf vorher einen Blick aufs Etikett.
Toys richtig reinigen
Wasche deine Sexspielzeuge vor und nach jedem Gebrauch mit warmem Wasser und einer milden, parfümfreien Seife oder einem speziellen Toy-Reiniger. Nicht-poröse Materialien wie medizinisches Silikon, Glas und Edelstahl lassen sich besonders hygienisch sauber halten. Prüfe immer, ob dein Toy wasserdicht ist, bevor du es untertauchst, und koche niemals ein Spielzeug mit Motor aus.
Toys richtig aufbewahren
Bewahre deine Toys an einem sauberen, trockenen Ort auf – fern von direktem Sonnenlicht und Staub. Ein Stoffbeutel oder eine eigene Box eignen sich am besten. Wirf unterschiedliche Materialien nicht einfach zusammen, denn Silikon-Toys können miteinander reagieren. Nimm außerdem die Batterien aus Spielzeugen, die du länger nicht nutzt, um Korrosion zu vermeiden. In Österreich bekommst du übrigens auch hochwertige, abschließbare Aufbewahrungsboxen – praktisch, wenn du in einer WG oder einem geteilten Haushalt wohnst.
FAQ: Häufige Fragen zur Masturbation
Ist tägliche Selbstbefriedigung schädlich?
Nein, auch tägliches Masturbieren ist für gesunde Erwachsene unbedenklich. Es gibt keine wissenschaftliche Höchstgrenze, ab der Selbstbefriedigung schadet. Solange du dich danach gut fühlst und Alltag, Job sowie Beziehungen nicht darunter leiden, ist alles im grünen Bereich. Erst wenn ein zwanghaftes Verhalten dich belastet, lohnt ein Gespräch mit einer Fachperson.
Wie oft ist Selbstbefriedigung normal?
Es gibt keine „normale" Zahl. Laut einer aktuellen Befragung masturbieren Österreicherinnen und Österreicher im Schnitt rund 10 Mal pro Monat, manche aber deutlich öfter, andere kaum. All das ist gesund. Bedenklich wird es nur, wenn es Arbeit, Beziehungen oder Alltag stört – dann lohnt sich ein Gespräch mit einer Fachperson.
Kann Masturbation meine Beziehung belasten?
Für die meisten Paare hat Selbstbefriedigung einen positiven Effekt. Sie hilft dir herauszufinden, was dir gefällt, und das kannst du dann mit deinem Partner oder deiner Partnerin teilen. Ein Problem wird sie nur, wenn sie die Intimität in der Beziehung komplett ersetzt oder heimlich passiert und Vertrauen beschädigt. Ein offenes Gespräch ist hier der Schlüssel.
Beeinflusst Masturbation die Spermienanzahl oder Fruchtbarkeit?
Nein, regelmäßige Selbstbefriedigung senkt bei gesunden Männern weder die Spermienanzahl noch macht sie unfruchtbar. Der Körper produziert ständig neue Spermien, ein „Aufbrauchen" gibt es nicht. Wenn ein Paar versucht schwanger zu werden, kann ein Arzt zwar eine Timing-Strategie rund um den Eisprung empfehlen – das ist aber keine Warnung vor Masturbation.
Darf man während der Periode masturbieren?
Absolut. Selbstbefriedigung während der Periode ist sicher und kann sogar guttun. Orgasmen schütten Endorphine aus, die Menstruationskrämpfe lindern, Brustspannen reduzieren und die Stimmung heben. Leg ein Handtuch unter, falls du dir Sorgen ums Saubermachen machst, und hör auf deinen Körper. Fühlt sich etwas unangenehm an, mach einfach Pause.
Welches Sexspielzeug eignet sich für Anfängerinnen und Anfänger?
Wenn du gerade erst startest, halt es einfach und wähl etwas, das zu dem passt, was sich für dich schon gut anfühlt. Ein kleiner Vibrator ist ein toller Einstieg fürs klitorale Spiel, ein anfängerfreundlicher Dildo eignet sich gut für vaginale Stimulation und ein weicher Masturbator ist die einfache Wahl für Männer. Mit einem wasserbasierten Gleitgel bist du bestens ausgestattet.
Selbstbefriedigung ist natürlich und gesund
Mythen rund um Masturbation schaden seit Jahrhunderten dem sexuellen Wohlbefinden vieler Menschen. Wichtig ist, dass uns Wissen und Selbstbewusstsein leiten – nicht Angst oder Scham. Selbstbefriedigung ist normal, sicher und gesund, solange sie einen ausgewogenen Platz in deinem Leben einnimmt.
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